Eine richtig tolle Lesung fand am letzten Donnerstag im Dorfgemeinschaftshaus Hochstätten statt. Sehr liebevoll organisiert von der Gemeindebücherei lauschten zwanzig Besucherinnen und Besucher der Geschichte von Kommissar Kelchbrunner, wie er versucht, den Mord an einer Isländerin aufzulösen und dabei selbst ins Fadenkreuz gerät.

Beim Lesen…
Danach stand eine offene Fragerunde, bei der ich auf alles versuchte zu antworten. – Nur die Frage nach dem Mörder war natürlich tabu – ebenso danach, wie es mit Willi dem Goldfisch weitergeht… 😉
Es entwickelte sich eine richtig schöne Diskussion, auch rund um den Naturschutz, was mich natürlich sehr freute.

Im Gespräch…
Zum Abschluss erhielt ich von Frau Heil noch einen schön gestalteten Korb mit leckerer, selbstgemachter Mirabellen-Marmelade, Kräutersalz, Olivenöl mit Rosmarin sowie anderen Köstlichkeiten. Für mich besonders spannend: Ein Glas mit Löwenzahnblüten-Köpfen als Kapern-Ersatz.
Ein rundum gelungener Abend mit netten Menschen und ein paar interessanten Denkanstößen:
Ich könnte die Textpassagen mit Frau Sans – dem Nackenheimer Hausdrachen – lesen und als Video online stellen. Die sind so gut angekommen…
Das Buch könnte man außerdem auch als Hörbuch auf den Markt bringen – bei so viel rheinhessischem Dialekt. Auch eine gute Idee, mal sehen ob sich das umsetzen lässt.
Eines habe ich bereits realisiert: Schon gestern abend habe ich meinen neuen Krimi eine Passage mit Heidrun und Friedel Sans eingebaut. – Die dürfen einfach nicht fehlen… 😉
Kostprobe gefälligst? (Ist noch die Rohfassung…)
…
Heidrun winkte ab. „Aaach, doo, gugge se mol. Des geht so net weiter. Erst halte se doo en Babbegei, der do erum kreischt, dann züchte se Boothämmel, un jetzt aach noch Wespe. Gugge se mol, wie ich aussehe. Wie en Streuselkuche.“
Sans zog ihren Rock hoch und gab den Blick auf Beine frei, deren Anblick nach Kelchbrunners Meinung locker den Straftatbestand der visuellen Körperverletzung erfüllt hätten. – Wenn es denn einen solchen gäbe. Warum nur gab es ihn nicht?! – Krampfadern, gefühlt so dick wie Weißwürste, durchsetzt mit blutwurstroten Besenreißern. Und zwischendrin überall rote Flecken, bis runter zu den schwarzen Wollsockne, die wenigstens die Füße bis zum Knöchel verhüllten. – Auch wenn sie völlig deplatziert wirkten, in diesen weißen ausgelatschten Sandalen…
„Ich bin vestoche von obbe bis unne.“
Geschickt ruhte Friedhelms Blick auf einer dieser gelben Gehäuseschnecken, die an der Spitze eines Zaunpfahls auf Regen wartete. Der hatte es richtig gemacht… Kelchbrunner dagegen trat ein wenig näher und versuchte mühsam das Bild mit den Weißwurstbeinen aus dem Kopf zu bekommen, nachdem Frau Sans endlich den Rock wieder gesenkt hatte.
„Also, was ist denn genau das Problem?“
„Was es Problem is, fracht er. Hostes geheert, Friedel?! Was es Problem is… Jetz – Himmel noch emol! Jetz saach doch endlich e mol was!“
„Also es is jo so… Des Problem is folgendes…“
„Ei babbel doch net so lang doo erum! Doo, des Wasserloch. Des is es Problem! Is doch ganz oofach!“
„Der Teich? Sie haben also ein Problem mit dem Teich?“
Friedel ergriff das Wort. „Was heißt Problem, es is jetz net de Teich. Es ist…“
„Ach was! Fix und ferdisch bin ich. Doo konn mer jo net mehr schloofe. Die ganze Nächte schlache mir uns um die Ohrn. Der Babbegei, die Boothämmel, un jetz aach noch die Wespe. Noch net e mol mehr am Daach raus setze kann mer sich, un Kuche esse. Des geht so net mehr weiter! Ich bin am End!“ Sans wedelte sich Luft mit der Hand zu. „Sehn se, sehn se. Doo krie ich schon Kreislauf. Koo Wunner, wenn mer so oft gestoche werd, doo hat mer irschendwann gar koo Blut mehr. Eisemangel, Blutarmut, Kreislaufkollaps! Friedel, jetzt saaach em doch e mol, dass des so net mehr weiter geht.“
„Also, was moi Fraa saache will is, dass der Babbegei stört.“
„Welcher Papagei denn?“
„Ei der, der nachts immer kreischt. Der rieft so uffdringlich. Mir kenne jo gar net mehr schloofe.“, tönte Sans
„Ein Papagei?“
„Jo, der rieft nachts. Also saacht moi Fraa. Un wenn der rieft, donn rieft se mir.“
„Ei, du host en doch aach schon gehört.“
„E Eul, des war e Eul, die ich gehört hab. Des war einmal, un des war e Eul. So en Waldkauz. Abber des war koon Babbegei.“
„Ei babbel doch net so en Quatsch! Du werst doch jetzt net saache wolle, du hätts den noch nie geheert? Der weckt uns doch immer!“
„Also mich net.“
…
