Leseprobe KriExit

Man hatte nun den Krieg gegen den Terror ausgerufen. Mit Nachdruck zog man Flugzeugträger zusammen, bombardierte ganze Staaten, richtete eigens Gefängnisse für Terroristen ein. Die Gefangenen fielen somit nicht unter den Schutz für Kriegsgefangene, sondern waren der Willkür der Bewacher und Verhörenden ausgesetzt. Viele Menschen verloren dort ihr Leben, ihre Gesundheit, ihren Verstand – Folter war an der Tagesordnung.

So warf man die Werte selbst über Bord, die man so sehr verteidigen wollte. Und die Spirale der Gewalt begann sich immer weiter zu drehen…

 

Paradies?
Ich sah einst das Paradies!
Doch als ich am Morgen erwachte,
musste ich mit Erschütterung feststellen:
Es war nur ein Traum!

Doch wie sähe die Welt aus,
wenn in jener Nacht,
jeder denselben Traum gehabt hätte?

( Michel ) Sonja S. Rabaza

 

Friedenstaube
granitschwarze Wolken
vom Orkan
der Gefühle gepeitscht

schwerer dunkler Regen
fällt ins ewige Meer
der Sehnsucht

eine weiße Taube
fliegt dem Himmel
entgegen

bittet
um Frieden
der einsamen Seele

Sonja S. Rabaza

 

Die Botschaft des Nedeirf
Seit Monaten schwebte er durch den dunklen Raum. Der Mond verdeckte den Blick zur Erde…
Nedeirf stammte von der Spiegelwelt, dort wo man die Namen rückwärts las, und lauschte den Funkwellen des Planeten Erde.

Der erste Satz, der ihn erreicht hatte war voll Philosophie und Pazifismus:
Stell dir vor es ist Krieg, und keiner geht hin!

Welch ein friedliches Volk, hatte er gedacht. Dann hörte er weitere Sätze: Von Flüchtlingslawinen, Terrorbedrohung, von heiligen Kriegen. Und schließlich vor kurzem den eindringlichen Satz, den man immer wieder gebetsmühlenartig wiederholte:
Wir sind im Krieg!

Nun war also Krieg, und es gingen ziemlich viele hin.
Es gab zunächst zwei Parteien. Die eine wollte den Diktator eines ölreichen Landes entmachten, so an Einfluss gewinnen, schwächte ihn. Die andere wollte ihn unbedingt an der Macht halten, um ihren Einfluss nicht zu verlieren.
Gewinner waren Dritte, die einen für sich heiligen Krieg ausgerufen hatten und zu dem viele kamen.
Welche, die durch Bomben ihre Lieben verloren hatten. Solche, deren Familien ausgebeutet wurden, Not und Hunger litten. – Während reiche Staaten ihnen die Felder genommen hatten, um dort eigene Nahrung anzubauen, bis sie so viel zu essen hatten, dass sie es wegwarfen oder verbrannten.
Auf emotional verdorrten, steinigen Feldern, auf verbrannter Erde, wuchs die Saat des Hasses leichter als die der Liebe.
So kämpften sie, töteten Unschuldige.

Andere wollten nicht kämpfen, flohen in die reiche Union. Dort waren nur wenige bereit, sie aufnehmen. Man sah die Flüchtenden als Lawine, als Bedrohung, als Schmarotzer, baute Zäune, schickte Soldaten. Und selbst dort, wo man sie aufnahm, steckte man ihre Unterkünfte in Brand und redete eine längst vergangene, grausame Zeit herbei.

Nedeirf von der Spiegelwelt sah, wie sie ihre Kriegsschiffe in Stellung brachten. Wie die einen ihre Soldaten zusammenzogen, während sich die anderen mit Sprengstoffgürteln in die Luft jagten und Unschuldige mit in den Tod rissen. Er sah, wie die einen die anderen skrupellos ermordeten, während die anderen die einen skrupellos zerbombten und wie Freiwild mit fern gesteuerten Drohnen jagten. Die einen sperrten die anderen ein, folterten sie, begaben sich auf einen Kreuzzug, während die anderen in einem heiligen Krieg die einen terrorisierten und massakrierten.

Auge um Auge – Zahn um Zahn! Das war der letzte Satz, den er gehört hatte, ehe er den Antrieb seines Raumschiffes startete.
Irgendwann würde es hier an Augen und Zähnen mangeln, auf dieser Welt.
Augen brauchte man, um die Wahrheit zu sehen, Zähne zum Lächeln als Sprache des Herzens.

Würden nun alle blind und versteinert werden? Blind und starr vor Wut?

Das wollte Nedeirf, dessen Namen man rückwärts las, nicht mit ansehen und verschwand.

 …

 Nur die Ruhe: Dort oben sitzt zum Glück kein Nedeirf. Wir sind schließlich im Krieg! Dabei würden die Botschaften des Nedeirf nur stören.
Und die ersten Opfer eines Krieges ist nun einmal, neben der Menschlichkeit, vor allem die Wahrheit.

Torsten Jäger


Schmerz der Welt
Seht ihr
den Vater; er hält seinen Sohn,
er fiel als Soldat, als Kriegeslohn.
Man gab ihm Waffen, obwohl er noch Kind,
er war schon verloren, von Anbeginn.

Seht ihr
die Mutter, gebeugt, ohne Trost,
sie wiegt ihr Kind auf ihrem Schoß.
Es wird verhungern – sie kann es nicht nähren,
sie hat keine Kraft mehr, um sich zu wehren.

Seht ihr
die Menschen, oft bettelarm,
haben kein Haus, das sie hält warm.
Schon bei der Geburt zur Armut verdammt.
leben sie auf der Straße, niemandem bekannt.

Seht ihr
all diese furchtbare Gewalt,
auch vor Kindern macht sie nicht halt.
Sehen wir nicht, das menschliche Leid?
schauen lieber weg, macht sich Gleichgültigkeit breit?

Fühlt Ihr
den Schmerz und die Angst auf der Welt?
Wie langsam aber sicher alles zerfällt?
Wie Tränen und Blut die Erde benetzen,
wenn Menschen sich zu Tode hetzen?

Uns wurden Hände zum Helfen gegeben,
Augen, die sehen, damit wir verstehen.
Wir sind auf dieser Welt nur zu Gast.
lasst uns mittragen der anderen Last.

Sonja S. Rabaza

 

Krieg und Verfolgung, Hungersnöte und Armut treiben immer mehr Menschen in die Flucht. Sie begeben sich auf die Suche nach einem besseren Leben – oder kämpfen schier um die bloße Existenz.
Nach UN-Angaben sind es inzwischen so viele, wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr.
Um es in Zahlen zu sagen: Bereits im Jahr 2015 galten 60 Millionen Menschen als Flüchtlinge!
Wie viele das sind? Es wären alle Bewohner Nordrhein-Westfalens, Bayerns, Baden-Württembergs, Niedersachsens, von Hessen und Sachsen – zusammen mit der Bevölkerung Bremens!

Das klingt dramatisch. Doch was haben wir schon mit den Problemen der anderen zu tun? Wir können ja nichts dazu, dass diese Menschen in Not sind. Wir können nicht überall helfen, haben selbst kein Geld, sind selbst verschuldet, haben nicht genug Wohnungen, Kindergarten- oder Arbeitsplätze…
Anderen die Hand zur Hilfe reichen? – Sind denn die Millionen Entwicklungshilfe pro Jahr nicht schon genug…?

Das könnte einem zunächst in den Sinn kommen und so lauten auch meist die flachen und einfachen Argumente, die Populisten gerne streuen.

Sicherlich können wir nicht allen helfen, nicht alle Not in der Welt lindern. Doch wir haben die Pflicht, zu helfen wo wir können! Denn ganz so unschuldig an der Armut, an Not, Vertreibung und Hunger, sind wir dann auch nicht. Ganz im Gegenteil! Schon mal beispielsweise in die Mülltonne geschaut?

Allein in Deutschland landen jährlich 18,4 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll!
Und – wie viele Sekunden haben Sie benötigt, um den vorherigen Satz zu lesen? Multiplizieren Sie diese Zahl mit 313 Kilogramm. Denn diese Menge genießbarer Lebensmittel werden im Schnitt pro Sekunde allein in Deutschland weggeworfen! In drei Sekunden kommt da schon das Gewicht eines Kleinwagens zusammen!

Weltweit hungern täglich rund 795 Millionen Menschen, weil es ihnen an Grundnahrungsmitteln mangelt! Jährlich sterben etwa 8,8 Millionen Menschen (über 3 Millionen Kinder) an den direkten Folgen von Hunger – wobei die Mangelernährung Krankheiten verursacht, und die Dunkelziffer der indirekt Betroffenen somit weit höher ist!
Während Sie diesen Satz gelesen haben ist mindestens ein Mensch an den direkten Folgen von Hunger gestorben. Denn alle drei Sekunden fordert der Hunger seinen Tribut und ein Mensch stirbt…

Besonders Perfide daran: Ein immer größerer Teil der Lebensmittel, die bei uns im Müll landen, wurde ursprünglich auf Feldern der Entwicklungsländer angebaut. Dort ist das Land billig, ebenso die Arbeitskraft, Sozial- und Umweltauflagen sind gering bis gar nicht vorhanden. Große Konzerne aus Industriestaaten finden dort auch korrupte Politiker, die bereit sind, Kleinbauern ihre Felder zu enteignen oder sie zum Verkauf ihres Landes zu Niedrigstpreisen zu zwingen. Somit verlieren die Menschen vor Ort ihre Lebensgrundlage, werden zu „Wirtschaftsflüchtlingen“ oder abhängig vom Tropf der „Entwicklungshilfemaßnahmen“. Und diese Entwicklungshilfe wird natürlich nicht durch die Konzerne finanziert, sondern durch die Steuerzahler der jeweiligen Staaten, die Entwicklungshilfe gewähren. So werden Gewinne und Kosten wie üblich verteilt: Die Allgemeinheit trägt die Kosten, einige wenige Großkonzerne streichen einen Großteil der Gewinne ein und finden in der Regel auch immer ein passendes Steuerschlupfloch, um Kosten zu vermeiden…

Hinzu kommt die Subventionierung: Die EU unterstützt die eigene Nahrungsmittelproduktion jährlich mit Milliarden, vorrangig dadurch auch die industrialisierte Landwirtschaft. Diese kann dann massenhaft spottbilliges Gemüse, Obst, Getreide und Fleisch in Entwicklungsländer einführen. Mit diesen Preisen können Bauern vor Ort nicht mithalten, sie gehen Bankrott und werden zu den Verlierern dieses Spiels.
Die Konzerne sichern sich ihre Marktanteile auch in Entwicklungsländern und vernichten so die kleinen Konkurrenten vor Ort.

Zu dieser Entwicklung kommt der von den Industriestaaten verursachte Klimawandel, der immer mehr Menschen zu Flüchtlingen macht oder sie in Hunger und Not treibt. Für den Anbau von Energiepflanzen, die für die Massentierhaltung Europas, Amerikas und Asiens benötigt werden, nutzt man ebenso enteignetes Ackerland in Entwicklungsländern. Man holzt dabei auch Regenwälder ab, legt Moore trocken, vergiftet das Land und das Wasser mit Pestiziden, Unkrautvernichtungsmitteln und Düngern. Diese Umweltzerstörung und das Leerfischen der Ozeane befeuert weitere Not.

Welt-Krieg
Auf, auf – Soldat – zieh in den Krieg,
der Gegner heißt „Natur“.
Nimm Kettensägen in Betrieb
und meuchle Bäume nur!

Auf, auf – Soldat – zieh in den Krieg,
der Gegner heißt „das Tier“.
Zerstöre dessen Lebens Trieb’ –
die Macht, sie liegt bei dir!

Auf, auf – Soldat – zieh in den Krieg,
der Gegner heißt „die Arten“,
komm, rotte sie aus – am Boden liegt
die Welt  durch deine mächtigen Taten.

Auf, auf – Soldat – zieh in den Krieg,
der Gegner heißt „dein Hunger“,
es währt nur kurz dein eigner Sieg,
ertrinkt in deinem Kummer.

Nachdem verhungert und erstickt
du liegst im Schützengraben,
weil du zerstört, was dich beschützt –
nun fressen dich die Maden…

Und die Moral von der Geschicht’
sollt Dümmstem werden klar:
Der größte Sieg nicht wichtig ist,
wenn danach nichts mehr da!

Torsten Jäger


Was würde er tun…?

Was würde er tun,
während wir stillschweigend ruhn? –
Wenn er nur wüsste,
was kommt von der Küste? –
Was würde er denken,
wie seinen Kurs lenken?

Würd er sich verbünden,
mit andren erfinden
den Angriff als Krieg,
der dem Feind sonst so liegt?

Würd er sich anschleichen
und hoffen auf Leichen,
die übrig geblieben –
sie zum Fressen gar lieben?

Oder würd er verstecken
sich in hintersten Ecken,
still dabei hoffen,
dass nie eingetroffen
die Bande aus Mördern –
Lebenschance fördern?

Vielleicht ließ er ein Stück
weit sein Kind auch zurück,
um selbst zu entfliehen
und weiter zu ziehen?

Oder er spräche Gebete,
dass er überlebe
mit seiner Familie –
oder erstrebe als Ziele
Tod – kurz, ohne Schmerz. –
Ein Durchschuss ins Herz…?

Vielleicht würde er hoffen,
dass nicht viele betroffen,
dass sein Volk
Tribut nicht gar zollt
dem letztlichen Ende,

ihm nie bevorstände…

Was würde er denken? –
Ich möchte gern schenken,
genau diese Fragen
uns in diesen Tagen…

Doch hört seiner Stimm’
ja eh keiner hin.
So wird keiner jemals erfahren,
was die Gedanken waren des Armen.

Und er weiß auch nichts davon,
dass bereits schon
die Flotte befährt
– fett, überernährt –
die Ozeanwelt,
strebend nach Geld…

Und der Wal – wohl gestimmt –
unwissend gar schwimmt – ohne Halt! –
In den Tod, für sich und die Zukunft – sein Kalb…

Torsten Jäger

 

Auch ganz konkret verdienen westliche Staaten und ihre Konzerne an der Not der Menschen. Viele Waffen, die in Syrien eingesetzt werden, um Zivilisten zu töten, stammen aus europäischer oder US-Produktion. Somit werden auch Krieg, Mord und Totschlag zum profitablen Geschäft!

 

Es  begab  sich  zu
einer   Zeit,  als  die Menschen  im
Überfluss  lebten.  Als sie  Tonnen  von  Brot  in
großen Massen  produzierten, und  es  dann  entsorgten, es
verbrannten.  Als  sie  riesengroße  Schweine  züchteten,  deren
Mütter mehr Junge als Zitzen hatten. Die so viel Fleisch und Speck
an sich trugen, dass  sie  fast  nicht  mehr  laufen  und  stehen  konnten.
Und als sie Rinder züchteten, deren Euter fast größer war, als der Kopf.
Als Menschen die Hühner massenhaft Eier im Akkord produzieren ließen,
dass sie gar nicht mehr mit  deren  Verwertung vorankamen, und  die  Eier
am Ende im Müll landeten.  Als man männliche  Hühnerküken  schredderte,
weil sie  einfach  keiner essen wollte. Als man Gurken, Äpfel und Birnen nur
noch verkaufen  konnte, wenn  sie eine  bestimmte,  normierte  Form  hatten.
Wenn sie davon abwichen, wollte  sie keiner mehr und sie landeten im Müll.
In dieser Zeit fischte man mit  gewaltigen  Schleppnetzen  so  viel  Fisch  aus
den Meeren, dass der Beifang gar nicht so wichtig war, und man warf ihn tot
wieder ins Meer.  Es  war  zu  jener Zeit, als die Menschen Mais auf riesigen
Feldern anbauten, Sojabohnen, Rapps und die Ölpalme. Sie pflanzten sie in
gewaltigen Plantagen an,  sie  bewässerten   und  düngten  sie, sodass sie in
vielen Regionen der Welt wuchsen  und  reiche  Ernte brachten. Und dann
nahm man diese Massen an Essen, packte sie in große Anlagen und stellte
aus ihnen  Treibstoff her. Treibstoff, den  die Menschen in  Autos  füllten
und somit  fossilen Brennstoff  sparten. Man hatte so viel zu Essen,  dass
man es einfach verbrennen  konnte!  In dieser Zeit lebten die Menschen
derart im Überfluss, dass viele von ihnen so viel zu essen bekamen, dass
sie dick und  krank wurden, vor lauter Fett auf den Rippen. Zu der Zeit
war es, als die Menschen damit begannen, auch Insekten in Massen zu
züchten, um auch diese im Überfluss essen zu können. Und auch das
Wasser war im Überfluss vorhanden. Die Menschen badeten darin,
ließen es versickern, vergifteten  es mit schädlichen Chemikalien.
Es war zu jener Zeit als ich aufbrach, um zu diesen Menschen zu
gehen, aus der Dritten Welt auszubrechen, und mir ein Stück
vom Kuchen der Menschheit abschneiden wollte. Ich kam
übers Meer unter  Einsatz meines  Lebens. Und sie
sagten:  Nein!  Für  dich  ist  hier kein Platz, für
dich gibt’s kein Essen und kein Trinken hier!
Geh  zurück,  wo  du  hergekommen
bist! Wir können dir nicht
helfen! Wir tragen
keine Schuld!

Schlaraffenland ist abgebrannt…

Torsten Jäger


Mauern

Mauern engen ein
Mauern können schützen

Mauern bedrücken
Mauern können beschirmen

Mauern grenzen ab
Mauern grenzen ein

Muss man eine Mauer um sich bauen?
Innere Mauern können auch schützen

Wem sollen innere Mauern nützen?
Mauern taugen nur dann
wenn man selbst bestimmt
wann man sie öffnen kann

Elfie Nadolny

Kein Schmähgedicht
Terror kann ganz praktisch sein,
wenn man ihn kann gut nutzen.
Widerspruch erstickt im Keim,
kann man die Medien stutzen.
Man sperre Journalisten ein
die einem nicht genehm,
sagt, dass sie nah am Terror seien
und für die Feinde stehen.

Nun stecke auch die Künstler man
ganz sprachlos in die Zelle,
die kritisch waren dann und wann,
sind mundtot auf die Schnelle.

Man sperre ein Politiker,
die nicht sind wohl gesonnen.
Man braucht ja keinen Kritiker,
will man noch weiter kommen.

Und auch die Richter stecke man
ganz einfach in den Knast,
wer unabhängig richten kann,
den ein Diktator hasst.

Wird gleichgeschaltet in der Art,
der Größenwahn steigt an.
Macht sich zum „Führer“ von dem Staat,
ein Mann, der alles kann.

Ein Schelm ist hier, der Böses denkt:
Ermächtigungsgesetze?
Die gab es einst, wie man es kennt,
in Zeiten rechter Hetze.
Doch heute – nein – heut gibt’s sie nicht,
es darf sie heut nicht geben.
Sonst wäre dies ein Schmähgedicht,
das lass ich besser eben!

Ich überlasse dies dem Mann,
der deutet mit dem Finger
auf Deutschland und behauptet dann,
hier gäb es „Nazi-Schimmer“.
Denn wie bekannt ist es ja so:
Beim Zeigefingerdeuten
da weist der Hände Finger-Gros
zu dem, der will verleumden…

Torsten Jäger

 

Trumputin
Wie konnte man so einen wählen?
Da müsste man glatt nochmal zählen!
Gehirnzelle eins
Gehirnzelle zwei
So kann man’s doch gar nicht verfehlen!

Doch kann man sich’s so einfach machen?
Schlicht über die Wähler nur lachen?
Wo war ihre Not,
was war nicht im Lot,
dass sie wählten so einen Drachen?

Versunken in bitterem Elend,
und jegliche Hoffnungen fehlend.
so standen sie da,
und machten es wahr:
sie folgten den Märchenerzählern.

„America first“ die Parolen,
das sprach nicht nur an die paar Hohlen,
zog in ihren Bann,
zog viele so an,
belebte den Traum, der verholen.

„Be great again“ wollten sehr viele,
es stand an der Spitze der Ziele,
all derer die arm,
und die voller Gram
in kapitalistischer Mühle.

Die Alternativen, sie fehlten,
weshalb sie das Trumpeltier wählten.
Und gaben die Stimme,
so dass er gewinne
dem superreichen Erwählten.

Populistisch markige Sprüche
gemischt mit russischer Küche:
Gerüchte am Kochen,
die Fakten verworren,
auf dass man die Wahrheit vermische.

Mit all dem gewonnen hat schon
die Fake-News in einer Person.
Er ist nun im Amt,
viel Erde verbrannt,
sitzt nun auf narzisstischem Thron.

Die Wähler, sie werden schon sehen,
das Lachen wird ihnen vergehen.
Spielt „schwarz“ gegen „weiß“,
auf Putins Geheiß?
Er lässt neue Mauern entstehen.

Schafft ab die Gesundheitsreform,
und nimmt auch die NATO aufs Korn,
steht im Abseits dabei,
sein Land geht entzwei.
Und Putin bläst freudig ins Horn.

 Torsten Jäger